
In den USA und Kanada sehen sich viele Unternehmen mit
Klagen wegen Greenwashings konfrontiert. Was in der Marketing-Kommunikation noch gut aussah, wird in der Krisen-PR zu einem veritablen Problem.
Terra Choice hat in einer Studie festgestellt, dass die Zahl grüner Produkte binnen zwei Jahren um 79 Prozentpunkte gewachsen ist. Gleichzeitig waren von mehr als 2.000 als grün bezeichneten Produkten 98% weniger grün als die irreführenden Werbebotschaften der Industrie vermitteln wollten. Diese Art von Kommunikation verstößt gegen die Richtlinien der Wettbewerbsbehörden. Es gibt bereits den feststehenden Begriff der „greenwashing litigation“ – verbunden mit der entsprechenden Litigation-PR, wenn es denn im schlimmsten Fall zu einem Gerichtsverfahren kommt. Diese Erfahrung konnten jüngst S.C. Johnson & Son Inc., Procter & Gamble Co., Colgate-Palmolive Co. sowie American Honda Motor Co. machen. Teilweise handelte es sich bei den Klagen um Sammelklagen.
Was können Unternehmen gegen diesen Trend, der sich nicht nur im angelsächsischen Bereich abzeichnet, tun? Wenn ein Produkt als nachhaltig beworben wird, muss es das auch sein. Kommunikatoren sollten sich innerhalb ihres Unternehmens dafür die Belege geben lassen. Hier ist ein strikter Freigabeprozess erforderlich. Es ist sicher nicht falsch, die entsprechenden Fakten auch so zusammen zu fassen, dass sie bei Anfragen von Kunden herausgegeben werden können. Schließlich wollen die Kunden wissen, ob eine Aussage auch stimmt. Dabei ist bei aller Wissenschaftlichkeit auf Verständlichkeit zu achten: Reputationsschäden bei Produkten, die eigentlich nachhaltig sind, aber missverständlich kommuniziert wurden, hat es bereits gegeben.
Thomas.Zimmerling - 23. Jun, 07:45