Rückblick: K2 – Tagung Onlinekommunikation
Die letzten beiden Tage habe ich bei der Tagung Onlinekommunikation in Düsseldorf zugebracht. Im Unterschied zu vielen anderen Veranstaltungen zum Thema Social Media war das gut investierte Zeit. Das lag vor allem an der Kompetenz der Referenten und den klugen Fragen aus dem Publikum. Eine Frage des Kollegen von BP ist mit mir nach Hause gegangen: Geht es für viele Blogger im Web 2.0 nur darum, Firmen-Bashing zu betreiben? Unabhängig von BP, wo es nach anfänglich guter Krisenkommunikation mittlerweile eine Reihe von Ansatzpunkten zur Kritik gibt, ist diese Frage gerechtfertigt und hat mehrere Aspekte. Viele Blogger schauen sich bei Unternehmenskrise nicht mehr den Krisenauslöser, also die ursprüngliche Fragestellung an, sondern nur noch, wie das Unternehmen sich in der Krise verhält und kommuniziert. Das tue ich in diesem Blog auch, allerdings aus einem professionellen Interesse heraus und regelmäßig nicht ohne Beispiele gelungener Krisenkommunikation zu nennen. Ich fände es problematisch, mich nur mit der Empörung über die Sache zu beschäftigen. Für Blogger sind Unternehmen oftmals per se die Schlechten – sie haben keine Chance zu gewinnen oder auch nur etwas richtig zu machen. Volker Gaßner von Greenpeace hat ein ähnliches Problem auf der anderen Seite: Er würde gerne Probleme in ihrer Tiefe diskutieren, z.B., dass im Falle von Nestlé ein Camp einheimischer Indonesier, die gegen die Palmölgewinnung demonstriert haben, einfach abgebrannt wurde. Hier geht es nicht mehr nur noch um die Abholzung des Regenwalds (so schlimm er auch ist), sondern um Gefahr für Leib und Leben von Menschen. Diese Chance hat Greenpeace nicht. Zu weit weg ist Indonesien für die Medien; zu eindimensional verläuft die Diskussion. Alle schlagen in dieselbe Kerbe. Kein Ruhmesblatt für den so genannten Long Tail.Thomas.Zimmerling - 18. Jun, 08:00
0 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
Tweet


Trackback URL:
http://publicaffairs.twoday.net/stories/6386499/modTrackback