12 Fragen an...Alexander Ross (Teil 3)
Politische KommunikationFrage: Herr Ross, Sie arbeiten auch als Redenschreiber für Unternehmenschefs. Wie viel Gestaltungsspielraum haben Sie da?
Ross: Allen, wenn man will. Keinen, wenn man nicht weiß, was man will oder es einen nicht interessiert.
Frage: Was bewegen Brandreden in der Krise?
Ross: Noch mehr Feuer, denn sie will heiße Gefühle entfachen, eine flammende Suada zur Verteidigung oder den Angriff. Nicht gut für Krisen. Da sollte klar, aber nicht polarisierend geredet werden.
Frage: Was halten Sie von den Video-Podcasts der Bundeskanzlerin?
Ross: Grundsätzlich eine gute Sache - neue Formate sollten ausprobiert werden. Wie lockere und ungekünstelte Podcasts aussehen können, zeigt Tony Blair seit Juni 2006. Jeder weiß, das alles ist dort inszeniert, doch es wirkt zehnmal ungezwungener und natürlicher als die ernsten Meldungen aus dem Berliner Bundesbunker.
Frage: Was dürfen wir im Hinblick auf die politische Kommunikation von den nächsten Wahlkämpfen in Deutschland erwarten?
Ross: Partiellen Linksrutsch beider Koalitionäre, gegenseitige Abgrenzung und Polarisierung, um klares Ergebnis zu erzwingen.
Vielen Dank für das Gespräch!
Thomas.Zimmerling - 22. Nov, 07:53
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