Der Fall Libri – gute Krisenkommunikation?
Netzpolitik wird momentan mit Hinweisen auf Datenlecks bei großen und weniger großen Unternehmen und ihren Online-Shops überschwemmt. Der Online-Buchhändler Libri sah sich gezwungen, sich bei seinen Kunden zu entschuldigen und zugleich technische Änderungen vorzunehmen, um unbefugten Zugriff zu verhindern. Das entsprechende Statement in Form von Fragen und Antworten, unterschrieben vom Geschäftsführer, findet sich hier. An sich ist das Statement recht gelungen. Vielleicht hätte die Entschuldigung bei den Kunden eher an den Anfang gehört und auch der letzte Satz, dass Libri die Kunden auch „weiterhin von der Qualität und vor allem Sicherheit der Online-Shops“ überzeugen will, ist etwas unglücklich formuliert. Für mich impliziert der Satz, dass der Shop früher sicher war – was ja so nicht stimmt.Prima war wiederum die Stellungnahme von Libri gegenüber Netzpolitik. Der Online-Buchhändler konnte minutiös auflisten, welche Maßnahmen wann zur Abstellung des Problems umgesetzt wurden. Das erinnert an ein mustergültig geführtes Krisenlogbuch. Merkwürdig finde ich nur, dass Libri in einer Rundmail an die Shop-Betreiber erklärt, Netzpolitik habe illegal auf Daten zuzugreifen versucht. Schließlich ging es darum, einen Sachverhalt zu verifizieren, um ein etwaiges Problem abstellen zu können.
Thomas.Zimmerling - 5. Nov, 07:45
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