Wie Konzerne wirklich grün werden
Die Vorstellung ist faszinierend: Ein Solarthermiekraftwerk in der Sahara mit einer Fläche von 300 x 300 km erzeugt soviel Energie, wie die Welt jährlich verbraucht. Illusion? Im Gegenteil. Der Club of Rome hat sich der Idee angenommen und als Projekt Desertec in eine Organisation gegossen und mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt eine Machbarkeitsstudie angefertigt. Fazit: Alles kein Problem, die Technik ist vorhanden. Etwa 400 Milliarden Euro würde das Projekt kosten und Industrie wie Verbraucher schlagartig von ihren Energie- und Klimaproblemen befreien. Wer bei Desertec mit dabei ist, könnte jedem Greenwashing-Vorwurf gelassen entgegen sehen. Die Münchner Rückversicherung macht nun den Anfang. Sie lädt für den 13. Juli große Konzerne wie Siemens, die Deutsche Bank, Eon und RWE zu einem Gründungstreffen nach München ein. Leider gibt es noch keine Hintergrundinformationen, aber es sollen wohl auch Vertreter von Bundesministerien anwesend sein, was der Idee ein größeres Gewicht gibt. Desertec sammelt inzwischen auf der Website Geld für das Projekt. Es gibt die Möglichkeit, einzelne Teilprojekte zu unterstützen und seine Stimme für Desertec auf einer google-Landkarte anzeigen zu lassen. Für alle Interessierten: Desertec hat einen Twitter-Channel und eine Gruppe auf Facebook. Das alles wird jedoch nicht reichen, um ein Projekt dieses Ausmaßes zu verwirklichen. Ohne die Politik geht es nicht; und um die zu überzeugen braucht es Lobbying. Im positiven Sinne dieses Mal.
Thomas.Zimmerling - 25. Jun, 07:45
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