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Donnerstag, 20. Dezember 2007

12 Fragen an...Marcus Johst (Teil 2)

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Frage: Herr Johst, Sie kommen immer dann, wenn's schon brennt. Ginge das nicht auch anders?

Johst: Ja, leichter ist es dann schon. Bringt aber auch nicht mehr so viel Geld. Also egal.

Frage: Welche Krise haben Sie als die größte Herausforderung in Ihrer Berufslaufbahn begriffen?

Johst: Verbot meiner eigenen selbst kopierten Schülerzeitung „Brise“, die ich gegen die offizielle von der Schulleitung unterstütze „Fackel“ gegründet und heimlich vertrieben habe. Es endete im Vergleich. Wir sind fusioniert. Ich hatte einen mächtigen Sympathisanten: meinen Deutschlehrer.

Frage: Was sind für Sie die typischen Fehler in der Krise?

Johst: Echte, unüberlegte Emotionen. Zögern. Geiz.

Frage: Welche Faktoren machen eine gute Krisen-Kommunikation aus?

Johst: Geschwindigkeit in Analyse, Erstellung einer Strategie, ihre Umsetzung.

Frage: Glauben Sie, dass Krisen sich wiederholen, weil das Publikum immer denselben Aufmerksamkeitsschemata gehorcht?

Johst: Es gibt zwei mächtige Leitmotive im Massenpublikum: Angst und Gier. Wer eines davon - oder noch besser: beide auf einmal - stimuliert, kann Krisen entfachen oder beruhigen.

Frage: Herr Johst, Sie haben mal gesagt, dass die Wahrheit in der Krise nicht weiterhilft. Was dann? Soll Public Affairs etwa nicht offen kommunizieren?

Johst: Die Wahrheit in der Krise oft ein Luxus, den man sich nicht leisten kann. Denn wenn sie endlich rauskommt, ist es für die Opfer meistens zu spät. Ich empfehle der Glaubwürdigkeit einen höheren Stellenwert einzuräumen. Manchmal deckt sich beides, dann ist man ein guter Mensch gewesen. In der professionellen Realität ist das aber keine Kategorie.

Vielen Dank für das Gespräch!