
Die Tätigkeit von Kommunikationsberatern vollzieht sich in der Regel nicht unter den Augen der Öffentlichkeit. Schließlich versuchen sie, die Berichterstattung über ihre Mandanten positiv zu beeinflussen. Oftmals wird deshalb auch der Begriff Spindoktor als Synonym verwendet. Anscheinend ist es so, dass selbst die Kommunikation über Spindoktoren im Unbestimmten verharrt. Ein (un)schönes Beispiel ist der Fall des Beraters Norbert Essing.
Essing soll laut
Spiegel versucht haben, seinen ehemaligen Klienten, den Unternehmer Harald Christ, zu erpressen und zu nötigen. Bei Christs damaligem Arbeitgeber, der Weberbank, ging am 26. Februar 2008 gegen 12:15 Uhr ein Fax mit anonymen Verleumdungen ein. Absender war das Faxgerät einer Autobahnraststätte. Die Aufnahmen der Überwachungskameras an der Autobahnraststätte zeigen Norbert Essing, wie er mit einem Papier in der Hand um 12:13 Uhr die Tankstelle betritt, zur Kasse und dann zum Faxgerät geht.
Essing hat verlauten lassen, dass er an diesem Tag tatsächlich von dort ein Fax geschickt habe, aber nicht an die Weberbank. Nur: An den Adressen kann er sich auch nicht erinnern.
Jetzt stellen sich eine ganze Menge Fragen: Wieso sollte Norbert Essing so handeln? Als Kommunikationsmensch weiß man, dass Faxe eine Kennung haben und Autobahnraststätten überwacht werden. Außerdem schickt selbst ein Spindoktor nicht so regelmäßig Faxe von Tankstellen aus, dass er sich im Anschluss nicht mehr an den Adressaten erinnern kann. Essings ehemaliger Kunde hat erklärt, dass Essing seine Vertragsverlängerung habe ertrotzen wollen. Auch das klingt merkwürdig – wie kann ich einen Kunden zu seinem Glück zwingen?
Übrigens: Das Thema wurde auch in einem Blog aufgegriffen – beim
Spindoktor!
Thomas.Zimmerling - 4. Feb, 08:00