Freitag, 6. November 2009

UBS zahlt für Imagekampagne der Schweiz in den USA

geldEs dürfte ein wohl einmaliger Vorgang sein: Mit der UBS bezahlt ein privatwirtschaftliches Unternehmen seinem Heimatstaat dessen Imagekampagne in einem anderen Land. Nachdem der Schweizer Bundesrat beschlossen hatte, zwei Millionen Franken für eine Lobbying-Kampagne in den USA auszugeben, forderte Außenministerin Calmy-Rey die UBS auf, sich an den Kosten zu beteiligen. Die UBS, die US-Bürgern dabei geholfen hatte, ihre Vermögen vor den US-Steuerbehörden zu verstecken, erklärte sich umgehend dazu bereit. Zwei amerikanische Agenturen (Edelman und Podesta) sollen nun Politiker und Medien davon überzeugen, dass der Fall UBS nicht typisch für den Finanzplatz Schweiz ist. Im Kontakt mit Meinungsführern sollen die Agenturen das Ansehen des Landes in den USA wieder herstellen. Die Agenturen werden bei der langfristig angelegten Kampagne von den Schweizer Botschaften und Vermarktungsgesellschaften unterstützt.

Donnerstag, 5. November 2009

Der Fall Libri – gute Krisenkommunikation?

LeserNetzpolitik wird momentan mit Hinweisen auf Datenlecks bei großen und weniger großen Unternehmen und ihren Online-Shops überschwemmt. Der Online-Buchhändler Libri sah sich gezwungen, sich bei seinen Kunden zu entschuldigen und zugleich technische Änderungen vorzunehmen, um unbefugten Zugriff zu verhindern. Das entsprechende Statement in Form von Fragen und Antworten, unterschrieben vom Geschäftsführer, findet sich hier. An sich ist das Statement recht gelungen. Vielleicht hätte die Entschuldigung bei den Kunden eher an den Anfang gehört und auch der letzte Satz, dass Libri die Kunden auch „weiterhin von der Qualität und vor allem Sicherheit der Online-Shops“ überzeugen will, ist etwas unglücklich formuliert. Für mich impliziert der Satz, dass der Shop früher sicher war – was ja so nicht stimmt.
Prima war wiederum die Stellungnahme von Libri gegenüber Netzpolitik. Der Online-Buchhändler konnte minutiös auflisten, welche Maßnahmen wann zur Abstellung des Problems umgesetzt wurden. Das erinnert an ein mustergültig geführtes Krisenlogbuch. Merkwürdig finde ich nur, dass Libri in einer Rundmail an die Shop-Betreiber erklärt, Netzpolitik habe illegal auf Daten zuzugreifen versucht. Schließlich ging es darum, einen Sachverhalt zu verifizieren, um ein etwaiges Problem abstellen zu können.

Mittwoch, 4. November 2009

Pepsi und die Frauen

cola_160443Die Pepsi-Marke „Amp“ hat etwas geschafft, wovon die meisten kommerziellen Anbieter nur träumen: Für das iPhone eine Applikation zu schaffen, die im iTunesStore eine Top-Bewertung bekommt. Problem dabei: Einige Nutzer sahen die Applikation als diskriminierend an und zwangen Pepsi zum Rückzug. Worum ging es? Die Applikation „Before you score“ sollte Männern dabei helfen, bei der Frau ihrer Wahl zu punkten, beispielsweise, indem ihr iPhone ihnen Informationen zu den Interessengebieten der Umworbenen lieferte. Als sich das Desaster in Blogs und auf Twitter abzeichnete, ergriff Pepsi die Initiative. Das Unternehmen zog nicht nur die Applikation zurück, sondern richtete auf Twitter in vorauseilendem Gehorsam auch das Hashtag Pepsifail ein, auf dem Nutzer Dampf ablassen und Pepsi kommunizieren konnte. Mittlerweile hält sich die Zahl der Nutzer, die über den Vorfall schmunzeln können, mit denen die Waage, die verärgert sind.

Dienstag, 3. November 2009

Zahlen der Woche: GPRA-Vertrauensindex

Auf einer Skala von 0 bis 100 erreichen die nachstehenden Industrien beim Konsumenten ein Vertrauen (in Punkten) von:

42 – Lebensmittel
39 – IT
38 – Automobil
37 – Gesundheit
36 – Verkehr
35 – Chemie
30 – Energie
30 – Finanzen

Quelle: GPRA.

Montag, 2. November 2009

12 Tipps für effektives Lobbying

  1. Eigene Interessen klar ansprechen
  2. Teil des Entscheidungsprozesses sein
  3. Den Entscheidungsfindungsprozess und seine Details verstehen
  4. Politisch denken
  5. Politische Argumente unabhängig untermauern
  6. Zielgruppe kennen
  7. Alle Stakeholder in den Dialog einbeziehen
  8. Menschen zum Handeln motivieren
  9. Alle relevanten Kommunikationskanäle nutzen
  10. Vielfalt erkennen und akzeptieren
  11. Kompromissbereit sein
  12. Kreativ und einprägsam agieren
Quelle: Burson Marsteller

Freitag, 30. Oktober 2009

Campaigning, 1.-2. Dezember 2009, Frankfurt am Main

Wie man mit Kampagnen Medien, Politik und Wirtschaft beeinflussen kann, lernen die Teilnehmer des Workshops „Wirkungsvolle Kampagnen-PR“ von news aktuell. Dabei geht es darum, mit möglichst geringen Mitteln eine maximale Wirkung zu erzielen. Referent und Trainer Andreas von Bernstorff gibt eine Einführung in die Konzeption von Kampagnen, das Formulieren von Botschaften und deren strategische Inszenierung. Diese reicht vom Kampagnenstart über Eskalationsstufen bis hin zu einem definierten Ende. Während des Seminars haben die Veranstaltungsteilnehmer die Möglichkeit, eigene Projekte zu diskutieren und zu entwickeln. Zielgruppe sind PR-Berater und Verantwortliche für PR, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei Verbänden, Unternehmen, Parteien und NGOs. Am ersten Tag dauert die Schulung von 10:00 bis 18:00 Uhr, am zweiten von 09:00 bis 16:00 Uhr. Die Teilnehmerzahl ist auf 8 begrenzt.

Kosten: 1.090,00€ zzgl. Mwst. Die Veranstaltung wird im nächsten Jahr in Düsseldorf, Hamburg und Berlin wiederholt.

Donnerstag, 29. Oktober 2009

They always come back

NachdeSachverhaltm die EU den Industrieverband Cefic wegen Verstößen gegen den Verhaltenskodex des Lobbyregisters für zwei Monate ausgeschlossen hatte, ist die Organisation nunmehr wieder zurück. Das - fälschlicherweise - angegebene Budget von 50.000 Euro wurde auf 4 Millionen Euro korrigiert. Laut Lobbycontrol sind das 10% des Gesamtbudgets der Cefic. Schwer zu sagen, ob der neue Betrag nun alle Lobbyaktivitäten vollständig abdeckt oder nicht. Es bleibt zu hoffen, dass der Fall Cefic anderen Organisationen als mahnendes Vorbild dient.

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Sind Sie Kunde bei der Postbank?

geldWenn ja, sind Ihre persönlichen Daten unter Umständen schon einen Schritt weiter: Die Postbank erlebt momentan eine veritable Krise. So wie es aussieht, hat sie freien Finanzberatern Zugriff auf Kundendaten ermöglicht. Sobald größere Geldbeträge auf einem Konto eingehen, dürfen Sie als Kunde mit einem Anlageangebot der Berater rechnen - und zwar selbst dann, wenn Sie der Weitergabe Ihrer Daten widersprochen haben. Die Postbank hat mittlerweile reagiert und den Zugriff unterbunden. Wie sich Kunden wehren können, ist im Lawblog nachzulesen.

Aufgedeckt von Finanztest.

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