Mittwoch, 23. April 2014

Bundestagsabgeordnete verdienen ordentlich dazu

ReichstagskuppelDie Abgeordneten des Deutschen Bundestages verdienen nicht schlecht und haben streng genommen einen Fulltime Job. Wer gleichermaßen im Parlament wie in seinem Wahlkreis präsent sein will, hat für die Ausübung eines Berufs nicht allzuviel Zeit. Viele beklagen das wegen der gefühlten Bürgerferne der Abgeordneten. Der letzte Bericht über Nebentätigkeiten der Abgeordneten lässt den Schluss zu, dass der ein oder andere trotz Mandat mitten im Berufsleben steht. Die gewerkschaftsnahe Otto Brenner-Stiftung hat jetzt eine detaillierte Auswertung in Form einer Studie veröffentlicht. Fast jeder fünfte Abgeordnete verfügt über zusätzliche Einkünfte. Im politischen Spektrum nimmt die Zahl der Zuverdiener von rechts nach links ab.
Bisher mussten Nebentätigkeiten nur in drei Stufen deklariert werden - die letzte war > 7.500€. Die neue Skala endet erst bei 250.000€. 28 Abgeordnete verdienen mehr als 30.000€ dazu. Insgesamt vier Abgeordnete verdienen pro Jahr mehr als die höchste Stufe; zumeist mit Anwaltstätigkeiten oder als Unternehmer. Bei einigen Parlamentariern lässt sich ein Interessenkonflikt nicht ausschließen: So ist ein CDU-Politiker Ärztefunktionär und zugleich im Gesundheitsausschuss; ein SPD-Politiker Gewerkschaftsfunktionär, in Aufsichtsräten von Energiekonzernen und zugleich im Energieausschuss. Einen Überblick gibt es bei Lobbycontrol. Hier sollten Unternehmen und Verbände unter Compliance-Gesichtspunkten eine rote Linie ziehen und durchsetzen, wenn es die Politiker nicht tun.

Dienstag, 22. April 2014

Lobbyisten regulieren sich selbst - Politik weigert sich

recht_01Die Mitglieder der Schweizerischen Public Affairs-Gesellschaft haben etwas getan, was Normalbürger Lobbyisten normalerweise nicht zutrauen: Sie haben sich selbst reguliert, nachdem das Parlament sechs Jahre nicht zu Potte kam.
Der Berufsverband schreibt seinen Mitgliedern neuerdings vor, ihren Auftraggeber online in ihrer Mitgliederrubrik zu veröffentlichen. Das gilt sowohl für Inhouse Lobbyisten als auch für Berater und Agenturen. Es bleibt abzuwarten, inwiefern es der SPAG gelingt, ihre neuen Standesregeln auch durchzusetzen und die Mitglieder dazu zu bringen, ihre Kunden vollständig zu publizieren. Die Nennung der Kunden ist nun jedoch Voraussetzung für die Mitgliedschaft. Die Mitglieder sollen spätestens sechs Monate nach Übernahme eines Mandats das Register aktualisieren; die SPAG will einmal jährlich die Eintragungen überprüfen. Die SPAG sieht ihr Vorgehen nicht als Ersatz für eine staatliche Regulierung, sondern als Übergangslösung, bis das Parlament handelt.

Via.

Donnerstag, 24. April 2014

Zahlen der Woche: Der ungebrochene Einfluss der Finanzlobby in Brüssel

1700 Finanzlobbyisten arbeiten in Brüssel. Damit kommen auf einen EU-Beamten viermal so viele Lobbyisten
120 Millionen Euro gibt der Finanzsektor für sein Lobbying jährlich aus
700 Industrieorganisationen lobbyieren die EU-Organe
4 Millionen Euro haben Gewerkschaften, NGOs und Verbraucherschutzorganisationen insgesamt zur Verfügung
70% der für die EU-tätigen Finanzexperten haben direkte Verbindungen zur Finanzbranche
15 von 17 EU-Expertengruppen sind von der Industrie dominiert.
2000 Treffen hatten Finanzlobbyisten mit EU-Entscheidern

Quelle: Studie des Corporate Europe Observatory.

Donnerstag, 27. Februar 2014

Österreich - Mekka der Lobbyisten

MitarbeiterEine aktuelle Studie vom Wirtschaftsforum der
Führungskräfte (WdF) und der führenden Public Affairs Agentur Österreichs, Kovar & Partners, zeigt, dass Lobbyismus für viele Unternehmen des Alpenstaates mittlerweile Routine ist. 85% der österreichischen Firmen beobachtet politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Von den Großunternehmen sind sogar 80% im Lobbying aktiv. Für mittelgroße Firmen beträgt der Anteil immer noch stolze 60%. Bricht man diese Zahlen herunter auf die Art und Weise, wie die Public Affairs-Arbeit konkret gemacht wird, fällt eines auf: Nur etwa ein Drittel der Unternehmen betreibt das Lobbying in house. Die Hälfte ist über Verbände und Kammern aktiv, ein Fünftel hat externe Berater angeheuert. Dass es sich bei Public Affairs und Lobbying um einen Wachstumsmarkt handelt wird deutlich, wenn man sich die Prognose für die Budgets ansieht: Die Hälfte der Befragten geht von gleichbleibenden Mitteln aus; 40% erwarten eine Steigerung.

Quelle: Studie von WdF und Kovar und Partners unter 475 Führungskräften.

Montag, 24. Februar 2014

Endlich Gesetz gegen Abgeordnetenbestechung, aber...

aktenkofferDer Deutsche Bundestag hat zusammen mit dem Gesetz zur Diätenerhöhung auch eine neue Regelung zur Abgeordnetenbestechung verabschiedet. Danach ist es Mandatsträgern zukünftig untersagt, auf Weisung Dritter im Parlament tätig zu werden, bspw. Gesetzentwürfe einzubringen. Auch Vorteilsannahmen sind enger geregelt, lassen aber weiterhin bestimmte Formen der Spenden an Abgeordnete zu. Unberührt bleiben Lobbytätigkeiten zusätzlich zum Mandat und vor allem anwaltliche Tätigkeiten. Alles in allem ist die Gesetzesänderung schon vom Umfang her als mager zu bezeichnen und auch inhaltlich greift sie zu kurz.

Freitag, 21. Februar 2014

Zahlen der Woche: Der gute Ruf wird nicht gemessen

60% der Befragten untersuchen regelmäßig die Reputation des Firmenchefs
83% positionieren aktiv den CEO in den Medien
67% nutzen gezielt Instrumente zur Schärfung des Profils
30% rücken die funktionalen Kompetenzen des CEOs in den Vordergrund ihrer Kommunikation; ebenfalls 30% die Werte, für die der Vorstand steht
25% betonen Sachkompetenzen
14% thematisieren auch das persönliche Verhalten


Quelle: ECCOS-Studie von Ketchum unter 579 europäischen Kommunikationsveramntwortlichen.

Dienstag, 28. Januar 2014

In eigener Sache

Viele von Euch kennen mich nicht nur über meinen Blog, sondern auch über meine Arbeit für Jack Wolfskin, wo ich in den letzten drei Jahren die Unternehmenskommunikation geleitet habe. Ein großer Teil meiner Arbeit bestand darin, mit meinem Team eine Kommunikations- und Social Media Strategie zu erarbeiten und umzusetzen und damit der Marke Jack Wolfskin wieder eine Stimme zu verleihen. In punkto Krisenmanagement und Public Affairs ist Jack Wolfskin heute besser aufgestellt als noch vor drei Jahren. Wir haben es unter anderem geschafft, konstruktiv zur Detox-Kampagne von Greenpeace zu kommunizieren und dann auch entsprechend zu handeln. Darauf sind wir stolz.

Ich erinnere mich noch an die ersten Wochen bei Jack Wolfskin und das hervorragende Betriebsklima und die Hilfsbereitschaft, die mich über die Maßen beeindruckt haben. Die Geschäftsführung hat mir und dem Team alle erdenklichen Möglichkeiten und Freiheiten gegeben. Dafür bin ich sehr dankbar. Diese Zeit des Aufbaus in der Kommunikation ist nun vorbei.

Am meisten fehlen wird mir mein Team (damals und heute): Christine, die auf bewundernswerte Weise Familie und Vollzeitjob unter einen Hut bringt. Ines, deren Lebenserfahrung und trockener Humor mich immer wieder beeindruckt haben. Daniel, der innerhalb kurzer Zeit eine tolle Entwicklung genommen hat. Lena, deren Ruhe und Perfektion so untypisch und trotzdem wohltuend für den Online-Bereich war. Yannick und Annika, die Social Media mit mir aufgebaut haben, daran gewachsen und darin aufgegangen sind. Marvin, der auch in härtesten Krisen-Situationen seinen Mann gestanden hat. Merle, die permanent kreuz- und quer gedacht und vor allem über den Tellerrand geschaut hat. Und nicht zuletzt Ingmar, der - obwohl nicht Teil des Teams - mit mir das Büro, so manches Problem und etliche Gefühlslagen geteilt hat. Ihnen gehört mein Dank von ganzem Herzen.

Ab dem 1. Februar werde ich die Unternehmenskommunikation bei Berner in Künzelsau leiten. So unbekannt der Name für viele sein dürfte, so anspruchsvoll wird die Aufgabe sein - und darauf freue ich mich!

Dienstag, 21. Januar 2014

Zahlen der Woche: Edelman Trust Barometer 2014

86% der Befragten vertrauen Familienunternehmen
39% erklären, dass sie börsennotierten Unternehmen Glaubwürdigkeit beimessen
66% der Studienteilnehmer sind der Meinung, börsennotierte Unternehmen hätten zu viel politischen Einfluss
27% glauben dasselbe von Privatunternehmen
77% denken, dass Firmen im Privatbesitz sich an den Kundenbedürfnissen ausrichten
69% der Befragten vertrauen NGOs am meisten
57% setzen Vertrauen in Unternehmen
54% glauben den Medien
49% trauen ihrer Regierung über den Weg
33% wollen die Wirtschaft allgemein stärker regulieren
66% halten das im Falle der Finanzindustrie für notwendig
78% der Befragten wollen, dass die Industrie bei Regulierungsmaßnahmen gefragt wird
47% gestehen diese Mitsprache auch der Finanzindustrie zu

Quelle: Studie von Edelman unter 33.000 Befragten und 700 Meinungsführern weltweit.

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